gestern... vor gar nicht allzu langer Zeit

Schon früh befanden sich im Burgdorf Verwaltungseinrichtungen. Neben dem Wirt-
schaftshof der Burg, Kirche und Pfarrhaus bestand seit 1589 ein Amtshaus der Maximiner Herrschaft und die Zehntscheune im Ort. Für das 18. Jh. sind eine Schu-
le und ein Jägerhaus überliefert. Im als Ackerbürgerstadt strukturierten Burgort entwickelte sich ein breit gefächertes Handwerk. 1589 zählte Freudenburg mit 37 Haushaltungen zu den größeren Orten.

1795, unter französischer Besetzung, hatte Freudenburg 88 Haushaltungen. Burg, Hofgut (Amtshaus), 144 ha Ackerland, die Wiesen und der riesige Herrenwald wur-
den den Vereinigten Hospitien in Trier überwiesen. Erst 1860 konnte die Gemeinde mit Ausnahme des Waldes diese Güter kaufen. 1843 hatte Freudenburg 881 Ein-
wohner. 1907 wurden 216 Wohngebäude und 1.171 Einwohner gezählt. Es gab 204 landwirtschaftliche Betriebe, vier Gewerbebetriebe und 71 Gewerbetreibende.

In Freudenburg bestand eine im Kreisgebiet vergleichsweise große jüdische Ge-
meinde. Die ungenaue französische Erhebung von 1794 zählte fünf jüdische Fami-
lien, 1933 hatte der Ort 44 jüdische Einwohner. Freudenburg war Synagogenge-
meinde auch für die Stadt Saarburg. Das Alter der zwischen den Häusern Balduin-
straße 3 und 5 gestandenen Synagoge (1938 demoliert, kriegsbeschädigt und anschließend abgetragen) läßt sich nicht mehr ermitteln...                              -> weiter